Sprachliche Entdeckungen I – die Schrippe

Zur Abwechslung mal wieder ein etwas appetittlicheres Thema:-)

(aber versprochen: der Hundehaufen III – Post kommt noch, der Kostenfrage dürfen wir nicht ausweichen!)

Bevor ich nach Berlin gekommen bin, kannte ich das Wort Schrippe wohl nur in einem höchst unklaren Passiv-Verständnis in der Wendung „Du alte Schrippe“ oder „diese alte Schrippe“ im Sinn von alte Hexe, altes hässliches Weib. Habe das wohl bei meinem geliebten Erich Kästner mal gelesen. 

Bereits beim ersten Besuch in einer Bäckerei offenbarte sich mir nun der eigentliche Sinn dieses Wortes: Hier ist eine Schrippe ganz einfach ein Brötchen (in der Schweiz ein Brötli, in Österreich wohl eine Semmel). Die Schrippe wird hier zu einem (finde ich) günstigen Preis zwischen 9 und 30 Cent verkauft und isst sich frisch am besten, denn sie trocknet schnell aus und wird zur harten alten Schrippe. 


Wie man mir erklärt hat, sagt es auch einiges über den Sprecher aus, ob er nun Schrippe oder Schrüppe sagt. Je mehr das i ein ü ist, desto eher kommt der Sprecher aus ungebildeten, tieferen sozialen Schichten. Stümmt dös?

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